Die Welt verdoppeln: Spiegelungen in der Fotografie

Hast du schon einmal innegehalten, weil sich der Sonnenuntergang perfekt in einer glatten Seeoberfläche brach? Spiegelungen gehören zu den kraftvollsten Werkzeugen der Bildkomposition. Sie verleihen Fotos Tiefe, Symmetrie und eine fast traumartige Atmosphäre.

Ob eine einfache Regenpfütze auf dem Asphalt oder die gläserne Fassade eines Wolkenkratzers – Spiegelungen verwandeln alltägliche Szenen in Kunstwerke. Hier erfährst du, wie du sie gezielt einsetzt.


Warum Spiegelungen funktionieren

In der Fotografie sucht man oft nach Balance. Spiegelungen bieten uns diese auf dem Silbertablett:

  • Symmetrie: Eine perfekte Spiegelung erzeugt eine harmonische Ruhe.
  • Abstraktion: Verzerrte Reflexionen in bewegtem Wasser wirken oft wie gemalt.
  • Perspektive: Sie erlauben es, zwei Welten (die reale und die reflektierte) in einem einzigen Frame zu vereinen.

Tipps & Tricks für perfekte Reflexionen

  1. Die richtige Perspektive wählen: Geh in die Knie! Je flacher der Winkel zur reflektierenden Oberfläche ist, desto stärker ist der Spiegeleffekt. Besonders bei kleinen Pfützen macht die Kamera knapp über dem Boden den entscheidenden Unterschied. Ist gerade nur ein Handy zur Hand, drehe die Linse nach unten, ganz nah an die Wasseroberfläche.
  2. Windstille ist dein Freund: Für einen messerscharfen „Spiegel-Look“ bei Seen oder Teichen brauchst du absolute Windstille. Die frühen Morgenstunden sind dafür ideal, da das Wasser meist noch völlig ruhig liegt.
  3. Fokus setzen Worauf soll der Blick fallen? Wenn du die Symmetrie betonen willst, fokussiere auf die Kante zwischen Realität und Spiegelung. Möchtest du eine surreale Stimmung, fokussiere direkt auf das gespiegelte Objekt im Wasser.
  4. Der Polfilter-Trick Ein Polarisationsfilter hilft dir, Reflexionen zu steuern. Du kannst sie damit entweder verstärken oder störendes „Glitzern“ eliminieren, um die Farben unter der Oberfläche oder im Spiegelbild satter wirken zu lassen.

Kreative Ideen zum Ausprobieren

  • Regenwetter nutzen: Such nach der blauen Stunde nach Pfützen in der Stadt. Die Neonlichter spiegeln sich fantastisch im nassen Asphalt.
  • Fensterscheiben: Nutze Schaufenster, um das Innen und Außen übereinanderzulegen – ein klassisches Element der Street-Photography.
  • Kristallkugeln oder Sonnenbrillen: Nutze tragbare Objekte als tragbare „Spiegel“, um eine Weitwinkel-Ansicht der Umgebung einzufangen.

Tipp: Dreh dein fertiges Foto doch mal um 180 Grad! Wenn die Spiegelung unten ist und das reale Objekt oben, entstehen oft faszinierende optische Täuschungen, die den Betrachter zum Verweilen einladen.

Ein meiner Galerie findest du auch zu diesem Thema wieder ein paar Beispielfotos.