Bewegung im Bild – Kreative Unschärfe mit Mitzieher und Langzeitbelichtung

Bewegungsunschärfe verleiht Fotos Leben und Dynamik. Statt jede Bewegung einzufrieren, kann gezielte Unschärfe zeigen, wie schnell, fließend oder kraftvoll etwas wirklich ist. Zwei bewährte Techniken dafür sind Mitzieher und Langzeitbelichtung.

Mitzieher – Geschwindigkeit spürbar machen

Beim Mitziehen wird die Kamera während der Aufnahme in Bewegungsrichtung des Motivs geschwenkt. Das Motiv bleibt weitgehend scharf, während der Hintergrund zu dynamischen Linien verschwimmt – perfekt, um Geschwindigkeit sichtbar zu machen.

Typische Kameraeinstellungen:

  • Belichtungszeit: etwa 1/30 bis 1/60 Sekunde (je nach Geschwindigkeit des Motivs)
  • ISO: niedrig (100–200)
  • Blende: anpassen für korrekte Belichtung
  • Tipp: Serienbildmodus aktivieren und die Bewegung gleichmäßig mitführen

Langzeitbelichtung – Zeit als Gestaltungselement

Bei der Langzeitbelichtung bleibt der Verschluss mehrere Sekunden oder länger geöffnet. Bewegte Elemente wie Wasser, Wolken oder Lichter werden dadurch weich und fließend, während unbewegte Objekte scharf bleiben. Das Ergebnis: stimmungsvolle, fast malerische Bilder. Diese Technik kann auch hervorragend genutzt werden, um Menschen von belebten Orten „zu entfernen“. Die Bewegung und die lange Belichtungszeit sorgt dafür, dass Menschen auf dem fertigen Foto nicht erscheinen, da nur Dinge belichtet werden, die während der gesamten Belichtungszeit am gleichen Ort sind.

Typische Kameraeinstellungen:

  • Belichtungszeit: ab 1 Sekunde bis mehrere Minuten
  • ISO: 100 oder niedriger
  • Blende: f/8 bis f/16 für mehr Schärfentiefe
  • Zubehör: Stativ und ggf. ND-Filter, um Überbelichtung zu vermeiden

Beide Techniken zeigen, dass Bewegung mehr ist als nur Geschwindigkeit – sie kann als gestalterisches Mittel eingesetzt werden, um Emotion, Atmosphäre und Tiefe ins Bild zu bringen.

Zu dem Thema Bewegungsunschärfe habe ich ein paar meiner Fotos in einer Galerie zusammengefasst. >> zur Galerie <<